Zwische Bernkastel-Kues und Cochem: Von privaten Wäldern und der Klofrage

Samstags gemütlich Richtung Cochem, Stellplatz beziehen, vielleicht mit dem Rad noch ne Runde drehen und Sonntags die Panoramatour um Burg Eltz wandern - so der Plan.

 

Die Realität gestaltet sich wie folgt:

 

Da wir möglichst nahe zur geplanten Tour am nächsten Tag stehen wollen, fahren wir an vielen schönen Stellplätzen und Weinfesten vorbei.

Die Dichte an schönen Plätzen nimmt ab und der kurzfristig ins Auge gefasste Stellplatz nahe Cochem gefällt uns nicht so recht da direkt an der Straße. Wir fahren also weiter.

Auf einen teuren, dank Ferienzeit überbesiedelten Campingplatz haben wir keine Lust.

Ein normaler Womo-Stellplatz ist für uns ungünstig, da wir keine Toilette an Bord haben. Nicht dass wir grundsätzlich ein Problem damit hätten... Aber wenn man ohnehin der Exot auf solchen Plätzen ist, ist es wenig ratsam auch noch die Bäume auf dem Platz - wenn überhaupt vorhanden - natürlich zu wässern.

 

Irgendwo in die Pampa stellen ist in der Gegend eher schwierig bis unmöglich, zudem gibt es kaum Internet-Empfang um eventuell mithilfe von Earth oder einschlägigen Apps was zu suchen.

 

Wir beschließen, uns die Parkmöglichkeiten um Burg Eltz anzuschauen, da diese von Wald umgeben ist. Dieser befindet sich jedoch vollständig in Privatbesitz - worauf auch deutlich hingewiesen wird. Damit wären wir im Falle des freien Stehens nicht nur bei einer Ordnungswidrigkeit sondern schlimmstenfalls bei Hausfriedensbruch. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Sache ist uns zu heiß - insbesondere an einem Wochenende in der Ferienzeit mitten in einem Touristengebiet. 

Auf dem nächsten Dorfparkplatz wollen wir auch nicht nächtigen, da quasi auf dem Präsentierteller gelegen, wir ohnehin nicht unauffällig sind, mit Dachzelt noch auffälliger wären und es uns zu heiß ist im Auto zu pennen.

 

Wir beschließen angesichts der fortgeschrittenen Uhrzeit, uns jetzt die Burg anzuschauen und danach wieder in Richtung der schöneren Stellplatzauswahl zu fahren.

 

 

 

Aus dem geplanten rund 13 km langen Rundweg werden somit 1,1 km hin und wieder zurück. Aber immerhin haben wir Burg Eltz mal gesehen...

Burg Eltz - trotz Baugerüst recht hübsch anzuschauen
Burg Eltz - trotz Baugerüst recht hübsch anzuschauen

Danach fahren wir fast 40 km an der Mosel entlang wieder in Heimatrichtung bis zum Örtchen Reil wo wir - mittlerweile müde, hungrig wie die Wölfe und somit in Snickers-Diva-Stimmung - um kurz vor 21 Uhr Stellung beziehen. Sicht auf Wasser, annehmbar saubere Toilette in Reichweite und abseits der Straße - wir sind zufrieden. Mehr zum Stellplatz siehe wie immer unten. Ich denke die Bilder sprechen für sich.

 

Um die Ecke ist wohl ein Konzert, denn wir haben eine recht rockige musikalische Untermalung, die jedoch kurz nach 22 Uhr nach nur einer Zugabe abrupt endet.

Dank Hunger werden die Notfall-Ravioli zum Festmahl.

Wir schlafen Sonntags entgegen der ursprünglichen Planung aus, bis uns zu heiß im Zelt wird, zahlen am Auto unseren Nachtobolus und machen erstmal Kaffee...genießen die Sonne....machen nochmals Kaffee... 

Allmählich verdunkelt sich der Himmel, also packen wir unsere 7 Sachen zusammen und treten die Heimreise an.

Nach dem tollen Frühstück mit Aussicht noch einen langen Couchnachmittag zu haben ist auch nicht zu verachten.

 

Unser Fazit: Wir brauchen eine Nicht-Chemische Toilettenlösung um noch flexibler zu sein. Der Toilettenfrage werden wir uns an anderer Stelle dann ausgiebiger widmen.

Stellplatz Reil an der Mosel

Reil liegt nicht an der Hauptverkehrsstraße, was bereits der erste Pluspunkt ist. Der Stellplatz umfasst rund 80 Plätze. Toiletten sowie Ver- und Entsorgungsmöglichkeit am Platz. Sogar einen Imbiss gibt es. Es fehlen eigentlich nur die Duschen zur Abgrenzung von einem spartanischen Campingplatz. Der Platz ist unkompliziert: Ankommen und Stellung beziehen. Es waren sogar Wohnwägen vor Ort. Trotz Wochenende und Ferienzeit wurde platztechnisch nicht gekuschelt.

Morgens oder Abends kommt jemand zum kassieren. 7 Euro kostet die Nacht. Der kleine Ort ist fußläufig. Dort gibt es auch Gastronomie, die wir jedoch dank Notfallravioli nicht getestet haben.
Der Ein- oder Andere kennt vielleicht die Gegend, da Enkirch um die Ecke liegt, wo Willy's Fernreisemobiltreffen statt findet. Dort gibt es auch einen schönen Stellplatz - jedoch ohne Toiletten. 

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